Full Text - Section 55

»Es war aber doch nur Scherz. Darin finden wir keine Beleidigung.«

»Wie, Bürger? Ist es möglich, so etwas nicht als Beleidigung anzusehen? Er soll es doch vor allem Volke getan haben!«

»Ja freilich.«

»Da müssen Sie doch eine Klage einreichen.«

»Wem denn?«

»Nun, dem Fürsten, der mit mir gekommen ist.«

»Schon recht.«

»Also wollen Sie klagen oder nicht?«

»Worauf soll ich denn klagen?«

»Er kann zu hundert Rubel Strafe verurteilt werden.«

»Das stimmt.«

»Sie sind also einverstanden. So ist’s recht, Prepotenskij! Setz dich und schreib, was ich dir diktieren werde.«

Und Termosesow diktierte eine Beschwerde an Bornowolokow, kurz, aber gehaltvoll; auch der Propst war darin nicht vergessen: er hätte der Lynchjustiz des Diakons Vorschub geleistet und dem Kläger sogar gesagt, daß die ihm zuerteilte Lektion wohlverdient gewesen.

»Nun unterzeichne, Bürger!« Und Termosesow stopfte Danilka die Feder gewaltsam in die Hand, aber der »Bürger« erklärte plötzlich, er wolle nicht unterschreiben.

»Was? Sie wollen nicht?«

»Nein, ich bin damit nicht einverstanden.«

»Was soll das heißen? Teufel noch einmal! Erst schweigst du, und nachdem man dir die Beschwerde gratis aufgesetzt hat, willst du nicht unterschreiben!«

»Nein, ich will nicht.«

»Man soll dir wohl noch einen Rubel geben, damit du unterschreibst? Das ist zu viel verlangt, mein Lieber. Sofort unterschreibst du!«

Termosesow packte den Widerspenstigen wütend beim Kragen und zerrte ihn zum Tisch.

»Ich …​ wie es Eurer Gnaden gefällt …​, aber ich unterschreibe nicht,« stotterte der Kleinbürger und ließ die Feder absichtlich fallen.

»Ich will dich lehren! Wie’s Eurer Gnaden gefällt! Und wenn es mir nun gefällt, deiner Gnaden ein Dutzend mal in die Fresse zu hauen?«

Der Bürger fuhr entsetzt zurück und stammelte:

»Euer Hochwohlgeboren, erbarmen Sie sich, zwingen Sie mich nicht! Meine Klage wird doch zu nichts führen!«

»Warum nicht?«


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