Full Text - Section 53

»Ah, das ist etwas anderes,« sagte Prepotenskij aufstehend. »In diesem Falle bitte ich nur um Rückgabe meiner Knochen.«

»Fragen Sie Jermoschka danach. Ich hab' ihm befohlen, sie hinauszuwerfen.«

»Hinauszuwerfen!« schrie der Lehrer und stürzte in die Küche. Als er nach einer halben Stunde zurückkam, war Daria Nikolajewna bereits in einer so blendenden Toilette, daß der Lehrer, als er sie erblickte, sich am Ofen festhalten mußte, um nicht umzufallen.

»Ah, Sie sind noch nicht fort?« fragte sie streng.

»Nein, ich bin nicht gegangen und kann nicht gehn …​ denn Ihr Jermoschka …​«

»Nun?«

»Er hat die Knochen an einen Ort geworfen, daß für mich keine Hoffnung mehr …​«

»O, ich sehe, Sie wollen hier noch lange predigen!« rief die Biziukina in wildem Zorn, packte den Lehrer bei den Schultern und stieß ihn ins Vorzimmer. In demselben Augenblick ging die Tür des Kabinetts auf und Termosesow erschien auf der Schwelle.

Zwölftes Kapitel.

»Bah! Bah! Bah! Was bedeutet denn das?« fragte er die Biziukina und rieb sich die verschlafenen Augen.

»Ach, gar nichts, das ist …​ ein dummer Mensch, der früher bei uns verkehrte,« antwortete sie und ließ den Lehrer los.

»Weshalb soll er denn jetzt hinausgeworfen werden? Was hat er denn getan?«

»Nichts, gar nichts,« sagte Prepotenskij.

Termosesow sah ihn an und fragte:

»Wer sind Sie denn?«

»Der Lehrer Prepotenskij.«

»Wodurch haben Sie die Dame verletzt?«

»Durch nichts, durch gar nichts.«

»So kommen Sie her, ich will Sie versöhnen.«

Prepotenskij kam sofort zurück.

»Weshalb nennen Sie ihn eigentlich dumm?« fragte Termosesow die Hausfrau und hielt dabei den Lehrer an beiden Händen fest. »Ich kann es nicht finden.«

»Ja, versteht sich, Sie können mir glauben, ich bin gar nicht dumm,« sagte Warnawa lächelnd.

»Ganz richtig, und das Verhalten unserer Frau Wirtin Ihnen gegenüber kann ich nicht billigen. Aber zum Zeichen der Versöhnung soll sie uns Tee geben. Ich trinke gern ein Glas Tee, wenn ich geschlafen habe.«

Daria Nikolajewna ging hinaus, um den Tee zu bestellen.

»Na, und Sie, Herr Lehrer, nehmen Sie Platz und plaudern wir ein bißchen. Ich sehe, Sie sind ein guter Kerl, mit dem sich leben läßt,« begann Termosesow, als er mit Warnawa allein war, der ihn in fünf Minuten in sein ganzes trauriges Schicksal daheim und draußen eingeweiht hatte. Nichts wurde vergessen, weder die Mutter, noch die Totengebeine, noch Achilla, noch Tuberozow, bei dessen Namen Termosesow seine Aufmerksamkeit verdoppelte. Endlich erzählte der Lehrer auch noch von der Vormittagsschlacht des Diakons mit dem Kommissar Danilka.


Looking for comments…

Searching Nostr relays. This may take a moment the first time this article is opened.